Wünsche von Frauen – für Frauen
Köstlich buntes vielfältiges Essen und gute Gespräche – unser jährliches Frauenfrühstück aus Anlass des Internationalen Frauentags fand dieses Jahr in der Zweiten Heimat am 24.03. statt, nachdem Ramadan, die Fastenzeit der Musliminnen und Muslime, beendet war.
Ein Gesprächsthema war dieses Jahr die Frage: Was wünschen wir uns für unser eigenes Leben und das unserer Töchter, Enkelinnen und alle anderen Frauen auf der Welt? Was soll sich ändern? Was soll das Leben von uns Frauen besser machen?

Die farbig bemalten Matroschkas standen symbolisch nebeneinander für die Frauen der verschiedenen Generationen: Großmütter, Mütter, Töchter, (Ur-) Enkelinnen…
Einige von uns verkörpern sogar alle diese Rollen gleichzeitig – wie die Puppen, wenn sie alle in einander geschachtelt sind.
Und das waren die Wünsche, die in unserer Runde gesammelt wurden:
- Alle Frauen sollen die Freiheit haben zu tun, was sie wollen, überall auf der Welt.
- Alle sollen die gleichen Chancen für Schulbesuch und Bildung haben, z.B. auch die Mädchen in Afghanistan.
- Frauen sollen selbst entscheiden, ob, wann und wen sie heiraten wollen.
- Frauen sollen mehr gesehen und als gleichwertig anerkannt werden, z.B. auch in persönlichen Beziehungen.
- Die Arbeit, die Frauen zu Hause für die Familie leisten, muss anerkannt werden, besonders auch die Belastung, die berufstätige Mütter haben.
- Der gesellschaftliche und finanzielle Druck auf Familien wurde angesprochen. Familien brauchen mehr Unterstützung. Auch Mütter müssen neben Familie und Beruf noch Zeit für andere Dinge haben, die ihnen auch Freude machen.
- Alle Frauen sollen über ihren Körper frei bestimmen können.
- Sie sollen in Sicherheit leben können.
- Ein sicheres glückliches Zuhause für uns selbst und unsere Kinder, damit wir in Frieden leben können.
- Für einige Frauen waren die Wünsche nach Besuchskontakt oder persönlicher Unterstützung von nahen Angehörigen sehr wichtig. Beides in der Realität für Menschen mit Fluchtgeschichte oft unmöglich.
Viele dieser Wünsche betreffen alle Frauen oder Mütter, unabhängig von ihrer Herkunft, Religion oder Kultur. Wir alle wissen, dass noch viel zu tun ist, bis wir diese Ziele für uns selbst oder unsere Töchter und deren Töchter erreicht haben.
Und das Fazit: Manches können wir selbst beeinflussen, z.B. wie wir unsere Söhne und Töchter erziehen oder unsere eigene Einstellung. Vieles andere kann nur auf der gesellschaftlichen oder politischen Ebene verbessert werden. Veränderung geht nicht ohne die Männer. Wie bringen wir sie dazu das zu verstehen und das richtige zu tun?
Offen darüber zu sprechen und einander zuzuhören in einer wohltuenden vielfältigen Gemeinschaft wie dem Frauencafe ist auf jeden Fall ein guter Anfang.


