Portraitzeichnen mit Heike Wehn
Im Rahmen ihrer Kunstausstellung „Antlitze“ hatte Heike Wehn zwei Termine angeboten, an denen Interessierte das Portraitzeichnen einmal selbst ausprobieren konnten. Einzige Voraussetzung: einen Stift halten oder mit den Fingern zeichnen zu können. Ich habe noch nie Portraits gezeichnet, aber einen Stift halten kann ich. So habe ich mich auf diesen Selbstversuch eingelassen und war gespannt.

Beim ersten Mal zeichneten wir Teilnehmer/innen uns alle gegenseitig. Jede/r saß einmal für die anderen während der Dauer eines selbst gewählten Musikstücks Modell. Hinterher wurden die Zeichnungen alle noch einmal gemeinsam angeschaut – ohne zu vergleichen oder zu bewerten. Überraschend die Ergebnisse: die schnell hingeworfenen Skizzen konnten durchaus verschiedene Aspekte einer Person widerspiegeln: „Hier sehr ich mehr aus wie meine Mutter“, erkannte eine Teilnehmerin in einem Bild.

Beim zweiten Termin nahmen wir alle an einer „Drawing is free“- Zoomsitzung gemeinsam mit Menschen aus aller Welt teil. Auch hier ging es nicht um die Frage: Wie gut kann ich zeichnen? – sondern: Was nehme ich an der Person wahr, die ich zeichnen soll?
Heike Wehn war sehr erfreut darüber, dass alle sich ohne großes Zögern auf die „Königsdisziplin des Zeichnens“ eingelassen haben: „Besonders berührt hat mich die Aussage einer Teilnehmerin, sie habe sich seit langem nicht mehr so gut gefühlt. Zeichnen habe tatsächlich eine therapeutische Wirkung.“



